Rosenmontag und Rheinhessenumzug 2016

Wie in jedem Jahr hatten wir auch 2016 vor, am Mainzer Rosenmontagsumzug teilzunehmen. Kaum einer schenkte den Berichten in den Tagen zuvor Beachtung, nach denen der Zug wegen widriger Wetterbedingungen abgesagt werden könnte. Das schien doch zu unglaubwürdig. Bis es dann am Abend vorher tatsächlich so kam. Wegen Sturmwarnung fand 2016 kein Rosenmontagsumzug statt. Das hielt uns aber natürlich nicht davon ab, dennoch den Rosenmontag zu feiern. Wie ge-plant trafen sich viele WRV-Mitglieder am Nachmittag im Bootshaus zur Fastnachtsparty. Gut verpflegt wurden wir mit Kreppeln und einem herzhaften Gulasch.
Die Spekulationen um einen Nachholtermin des Zuges ließen nicht lange auf sich warten. Kurz nachdem dieser beschlossen war, flatterte uns eine Einladung ins Haus. Als Mainzer Verein und langjähriger Zugteilnehmer waren wir herzlich eingeladen, uns am Festumzug zum 200. Rheinhessenjubiläum zu präsentieren. Da wurde nicht lange diskutiert und wir sagten zu.

Schnell war unser Boot auch entsprechend dekoriert. Schließlich wurde es ja bereits im Jahr 2013 im Rahmen der 100-Jahr-Feierlichkeiten zu einem Jubiläumsboot umgerüstet. Weck, Woscht und Woi waren also bereits vorhanden und ein paar zusätzliche Fähnchen gaben dem Ganzen den letzten Schliff. So kam es also, dass unser Jubiläumsboot am 8. Mai auf ungewohnter Route durch die Mainzer Straßen rollte.

Für alle Teilnehmer war der Rheinhessenumzug etwa ganz besonderes und einzigartiges. Es war kein nachgeholter Rosenmontagsumzug, sondern etwas ganz eigenes. Weniger die große Party, dafür ein riesiges Familienfest. Mit so vielen Zuschauern hatten wir nicht gerechnet. Die kurzfristige Hinzunahme der Kaiserstraße zur Zugstrecke, um die Besuchermassen besser zu verteilen, erwies sich als sehr sinnvoll. Gerade hier standen viele Menschen. Die Stimmung beim Publikum war hervorragend. Das fantastische Wetter tat natürlich sein übriges dazu. Für die Kleinen war es wie Fastnacht, sie schmetterten uns unbeirrt ihr Helau entgegen. Die Erwachsenen waren deutlich gehemmter und wussten nicht, was sie machen sollten. So bekamen wir jede Menge Applaus. Das haben wir noch nie erlebt. Es war aber ein Ansporn für unsere Ruderer, die das große Boot ja wie immer mit purer Muskelkraft über die Zugstrecke bewegten. Dies erwies sich zunächst als ziemlich schwierig. Irgendwie schien die Kaiserstraße in diesem Jahr viel steiler als gewöhnlich. Die Ruderer legten sich mächtig in die Riemen und kamen dennoch kaum vorwärts.

Zum Glück dauerte es nicht lange, bis die verkeilte Bremse als Ursache gefunden wurde. Kaum war dieses Problem behoben, konnten auch die Ruderer im Boot die Atmosphäre genießen. Durch Bauhofstraße und Große Bleiche ging es weiter. Ungeahnte Massen überraschten uns nochmal am Ende des Zuges. Vom Münsterplatz aus über Schillerplatz und Lu standen die Menschen reihenweise dicht gedrängt. Es wirkte fast noch voller als am Rosenmontag selbst. Hier war Party angesagt. Am Höfchen bogen wir links ab, anstatt wie üblich über den Marktplatz zu rollen. So entstand dieses Foto aus am Rosenmontag unmöglicher Perspektive.

Und dann war es auch schon vorbei. Mit ca. dreieinhalb Kilometern war die Strecke halt nur halb so lang wie gewohnt. Im Boot waren sich im Anschluss aber dennoch alle einig. Zum Glück liegt der Rosenmontag im Winter. Die volle Zugstrecke von sieben Kilometern bei sommerlicher Hitze wäre nichts für uns. Als einmaliges Erlebnis wollen wir die Erfahrung aber nicht missen und sind froh, dabei gewesen zu sein.

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